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Top 5 Winterrouten durch Uruguay für Insider – Teil 5

Mineralregion: Minas de Corrales und das Lunarejo-Tal (Norduruguay) Mineralregion: Minas de Corrales und das Lunarejo-Tal (Norduruguay) Für anspruchsvolle

Top-5-Winterrouten durch Uruguay für Insider (Teil 5)

Top-5-Winterrouten durch Uruguay für Insider (Teil 5)

Anna Bamburova

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Mineralregion: Minas de Corrales und Lunarejo-Tal (Norduruguay)

Für erfahrene Reisende empfehlen Einheimische, in den äußersten Norden des Landes zu fahren – in die wenig erschlossenen Regionen der Departements Rivera und Tacuarembó. Minas de Corrales ist ein kleines Bergbaustädtchen, das im 19. Jahrhundert in der Nähe von Goldminen entstand. Es ist ein historischer Ort, an dem Gold im industriellen Maßstab abgebaut wurde; die Ruinen des alten Cuñapirú-Staudamms und die Ausrüstung der Bergwerke sind bis heute erhalten geblieben.

In dem Städtchen mit rund 3.000 Einwohnern ist es heute ruhig, doch es gibt noch das Goldmuseum, in dem Sie mehr über die Geschichte des Goldbergbaus erfahren können. Auf dem nahe gelegenen Hügel Cerro Miriñaque werden Touristen einzigartige Zwergpalmen gezeigt, die auf dessen Gipfel wachsen. Rund 60 km weiter nördlich erstreckt sich das Valle del Lunarejo – einer der malerischsten Naturparks Uruguays.

Das Lunarejo-Tal liegt in den Bergen der Cuchilla de Haedo, fast an der Grenze zu Brasilien: grüne Hügel, steile Felsen, Wasserfälle und dichte Wälder. Der Park umfasst rund 29.000 Hektar und ist Teil des nationalen Netzes der Schutzgebiete. Dank seiner Abgeschiedenheit hat sich hier eine vielfältige Tierwelt erhalten: Es gibt Hirsche, Otter und mehr als 150 Vogelarten, und in den Flüssen schwimmen Schildkröten. Im Winter verliert das Tal nichts von seinem Reiz – im Gegenteil: Die Wasserfälle sind wasserreich, und das Gras bleibt grün, da das Klima milder ist als im Süden. Lunarejo kann man das ganze Jahr über besuchen, und immer mehr Uruguayer tun dies, zumal sich der Ort allmählich für den Ökotourismus entwickelt.

Die Route zu Minas de Corrales und ins Valle del Lunarejo verbindet einen informativen Teil – einen Spaziergang durch die alte Goldsucherstadt – mit einem Abenteuerteil, dem Eintauchen in die Wildnis. Sie liegt zwar recht weit von der Hauptstadt entfernt, lässt Sie dafür aber spüren, wie vielfältig Uruguay abseits der Küste sein kann.

Aktivitäten im Winter

Ein halber Tag genügt für Minas de Corrales: Schlendern Sie durch das Zentrum und besuchen Sie das Museo del Oro (Goldmuseum). In dem alten Herrenhaus sind viele Artefakte, Fotografien und Berichte aus der Zeit des Goldrauschs versammelt. Anschließend können Sie zum Stadtrand an den Fluss Cuñapirú fahren. Dort befinden sich die Überreste eines Staudamms und eines alten Wasserkraftwerks, das in den 1880er-Jahren für die Bergwerke errichtet wurde. Heute ist davon ein malerischer Bogen inmitten von Dickicht erhalten – ein beliebter Ort für Fotoshootings.

Ein weiterer kurzer Wanderweg führt zum Cerro Miriñaque, einem niedrigen Berg, auf dessen Gipfel Zwergpalmen (Yatay poñí) wachsen, die sonst nirgendwo in Uruguay vorkommen. Im Winter blühen die Palmen nicht, sehen aber dennoch reizvoll aus – wie ein hüfthoher Palmenhain. Nach dem Besuch von Corrales fahren Sie ins Valle del Lunarejo, das etwa eine Autostunde entfernt liegt. Im Tal dreht sich alles um Wanderungen. Es gibt mehrere markierte Wege, etwa zur Cascada del Indio, wo Sie durch den Wald zu einem malerischen 15 Meter hohen Wasserfall gelangen.

Ein weiterer Weg führt zum hoch gelegenen Aussichtspunkt Mirador del Valle. Von dort bieten sich Panoramablicke auf das Lunarejo-Tal mit seinen flachen Hügelkuppen und tiefen Schluchten. Reitausflüge sind ebenfalls beliebt: Örtliche Gauchos können Sie auf Pfaden führen, für die Sie zu Fuß einen ganzen Tag benötigen würden. In einigen touristischen Betrieben werden sogar mehrtägige Trekkingtouren mit Guide angeboten – vier- bis fünftägige Wanderungen in den Bergen mit Übernachtungen im Zelt.

Im Winter wagt sich nicht jeder auf eine solche Tour, doch eine eintägige Wanderung oder ein Ausritt sind gut machbar – man muss sich nur warm anziehen. Nach einem aktiven Tag können Sie ein Picknick machen oder am Kamin sitzen, wenn Sie auf einer Farm übernachten. Ein interessantes Detail: Lunarejo liegt über dem riesigen Guaraní-Aquifer, einem der größten unterirdischen Grundwasserreservoirs der Erde. Deshalb thematisieren örtliche Guides Ökologie und einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser. Möglicherweise können Sie sogar einen Baum pflanzen – als Symbol für Ihren Beitrag zur Natur und als besondere ökologische Aktion für Touristen.

Alles in allem bietet Lunarejo im Winter Wanderungen, Wasserfälle, reinste Luft und eine vollständige Auszeit von der Hektik der Stadt.

Anreise

Von Montevideo nach Minas de Corrales sind es rund 440 km in nördlicher Richtung.

Mit dem Auto: etwa 5–6 Stunden auf der Ruta 5 über Tacuarembó. Minas de Corrales liegt 60 km nördlich von Tacuarembó; die asphaltierten Regionalstraßen 30 und 29 sind ausgeschildert. Von Corrales geht es weiter ins Valle del Lunarejo: Fahren Sie auf der Ruta 30 nach Norden in Richtung Masoller und folgen Sie anschließend der Beschilderung zum Schutzgebiet. Da die Abzweigungen nicht offensichtlich sind, benötigen Sie eine detaillierte Karte oder ein Navigationsgerät. Einige erreichen das Tal über das Dorf Tranqueras im Departement Rivera; dies ist der südliche Zugang und führt ebenfalls zu den wichtigsten Estancias. Die Straßen im Tal sind überwiegend unbefestigt.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Eine Direktverbindung gibt es nicht. Sie können den Bus Montevideo–Rivera oder Montevideo–Artigas nehmen und in Tranqueras im Departement Rivera oder in Masoller aussteigen; dies sind die nächstgelegenen Ortschaften. Von dort müssen Sie ein Taxi oder einen Transfer zu Ihrer Unterkunft nehmen. Alternativ fahren Sie mit dem Bus nach Tacuarembó und mieten dort für die Fahrt ins Valle del Lunarejo ein Fahrzeug mit Fahrer; die Fahrt dauert etwa 1,5 Stunden. Ohne eigenes Fahrzeug ist die Reise insgesamt nicht einfach, da die Region nach wie vor kaum von Bussen erschlossen wird. Deshalb fahren viele mit dem eigenen Auto oder bilden Fahrgemeinschaften und mieten einen Minivan mit Fahrer. Mit einem Auto können Sie vor Ort in wenigen Tagen alles Interessante besichtigen. Beachten Sie die Entfernungen zwischen den einzelnen Zielen: Von Corrales bis zu den zentral gelegenen Estancias im Lunarejo-Tal sind es etwa 70 km. Planen Sie Ihre Route daher mit genügend Zeitreserve.

Übernachten

Minas de Corrales bietet ein paar bescheidene Hotels und Gästehäuser, in denen Sie übernachten können, beispielsweise das kleine Hotel Hostería Minas de Corrales im Zentrum. Uruguayer empfehlen jedoch, der Natur näher zu kommen und direkt im Lunarejo-Tal zu übernachten.

Dort gibt es mehrere touristische Estancias und Posadas, also Ranches, die Gäste empfangen. Die Posada del Lunarejo etwa ist ein gemütliches Haus, das aus einem alten Herrenhaus umgebaut wurde. Sie bietet Vollpension und Ausflüge in die Umgebung an und organisiert sogar Angelausflüge. Auch die Estancia Santa Josefa und die Estancia Los Ceibos bieten Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Bauernhof, wo Sie hausgemachtes Essen erhalten und über geheime Pfade geführt werden. Die Preise beinhalten in der Regel Mahlzeiten und verschiedene Aktivitäten und beginnen bei etwa 90 USD pro Person und Nacht.

Für Reisende mit kleinerem Budget gibt es Campingmöglichkeiten; auf einigen Estancias kann man gegen eine geringe Gebühr zelten. Alternativ lassen sich einfache Hütten mieten. Im Winter ist eine beheizte Unterkunft jedoch komfortabler, denn die Nächte in Lunarejo können mit rund +5 bis +8 °C kalt sein. Außerdem ist der Empfang im Tal nicht überall gut, daher sollten Sie Ihre Unterkunft vorab über die auf den Websites angegebenen Telefonnummern oder per WhatsApp buchen.

Wenn Sie ohne Plan ankommen, können Sie das Besucherzentrum Villa Pancha del Lunarejo besuchen. Es ist eine Art Einstiegspunkt mit Informationen zu allen agrotouristischen Unterkünften; bei Verfügbarkeit können Sie dort auch eine Unterkunft auswählen. Einige Reisende übernachten lieber in der rund 100 km entfernten Großstadt Rivera und unternehmen von dort Ausflüge. Die Entfernung ist jedoch groß, daher empfehlen wir, direkt im Tal zu übernachten, um dessen Atmosphäre bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zu erleben.

Warum Uruguayer es lieben

Norduruguay ist ein Reiseziel für alle, die etwas Neues entdecken möchten. Anders als an den bekannten Stränden des Südens gibt es hier nur wenige Touristen, sodass das Gefühl einer echten Reise garantiert ist.

Wie ein Uruguayer schrieb: „Minas de Corrales hat mir gefallen. Für ein Wochenende genau das Richtige, das Städtchen ist klein.“

Tatsächlich fahren viele nach Corrales, um für ein paar Tage einen Tapetenwechsel zu erleben und die Atmosphäre des Bergbaustädtchens einzuatmen. Der Hauptanziehungspunkt ist jedoch natürlich das Lunarejo-Tal. Uruguayer empfehlen es einander zunehmend; in sozialen Netzwerken finden sich begeisterte Berichte über Wasserfälle und Trekkingtouren durch die Hügel.

Ein großer Pluspunkt ist die Authentizität: Hier können Sie auf einem echten Bauernhof leben, direkt vor Ort erzeugte Lebensmittel essen und mit gastfreundlichen Gastgebern sprechen. Solche „nicht touristischen“ Erlebnisse werden von Einheimischen sehr geschätzt. In einer staatlichen Übersicht wird darauf hingewiesen, dass Lunarejo zu jeder Jahreszeit besucht wird und sowohl kurze 5-Kilometer-Wanderungen als auch lange vier- bis fünftägige Touren immer mehr Menschen anziehen.

Auch im Winter erwacht das Tal auf seine Weise zum Leben: Morgennebel in den Niederungen und farbenprächtige Sonnenuntergänge über flachen Hügelkuppen.

„Jeder, der zu uns kommt, reist mit größerer Liebe zur Natur wieder ab“, sagt ein örtlicher Guide aus Lunarejo.

Vielleicht empfehlen Uruguayer diese Orte deshalb nach einem Besuch ihren Freunden. Natürlich ist die Anreise etwas umständlich, doch Freundesgruppen mit eigenem Auto unternehmen in den Winterferien immer häufiger einen Roadtrip in den Norden. Eine solche Reise schenkt tatsächlich einen neuen Blick auf das eigene Heimatland.

Minas de Corrales und das Valle del Lunarejo werden damit allmählich zu jener „seltenen Route“, mit der man angeben kann: Man hat auch ein anderes Uruguay gesehen – ohne Strände, dafür mit Bergen, Schluchten und unberührter Natur.

Und den Bewertungen zufolge lohnt es sich hundertprozentig.

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