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Uruguay und legales Cannabis im Jahr 2025

Das ist Uruguay. Hier macht niemand viel Aufhebens um Cannabis. Es ist einfach da – überall. Sein Duft liegt in Parks und auf Balkonen in der Luft, CBD-Cremes werden in … verkauft.

Uruguay und legales Cannabis im Jahr 2025

Uruguay und legales Cannabis: 2025

Anna Bamburova

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Stell dir vor: ein gemütliches Café in der Altstadt von Montevideo. An einem Tisch im Freien wird ein Joint herumgereicht. „Nein, danke“, sage ich lächelnd. „Du rauchst nicht?“, fragt einer meiner Bekannten überrascht. „Ich mag nicht, wie sich das anfühlt“, antworte ich. Er schaut mich an, als hätte ich gerade gesagt, ich möge keine Luft.

Das ist Uruguay. Hier macht niemand viel Aufhebens um Cannabis. Es ist einfach da – überall. Sein Duft liegt in Parks und auf Balkonen in der Luft, CBD-Cremes werden in gewöhnlichen Apotheken verkauft, und auf Bauernmärkten findet man „lustige“ Brownies.

Wie das System funktioniert

In Uruguay wurde der persönliche Cannabiskonsum bereits 1974 entkriminalisiert. Der wirkliche Durchbruch kam jedoch 2013, als das Land als erstes Land der Welt die Herstellung und den Verkauf für Personen mit Wohnsitz vollständig legalisierte.

Uruguayer können:

  • Cannabis in Apotheken kaufen (nach der Registrierung)
  • Cannabis zu Hause anbauen (bis zu 6 Pflanzen)
  • Cannabisclubs beitreten (und einen Teil der Ernte erhalten)

Der Verkauf in Apotheken wird streng kontrolliert: Der Käufer wird anhand seines Fingerabdrucks identifiziert und darf nicht mehr als 10 Gramm pro Woche (bis zu 40 g pro Monat) kaufen. Bezahlt werden kann nur bar, da Banken nach wie vor nicht mit Apotheken zusammenarbeiten wollen, die die „Substanz“ verkaufen.

Was kann man kaufen?

Staatliches Cannabis ist in vier Sorten erhältlich, jeweils in versiegelten Beuteln mit auffälliger Kennzeichnung:

  • Alfa: Indica, bis zu 9 % THC, mindestens 3 % CBD – etwa 470 Pesos (ca. 9,40 USD)
  • Beta: Sativa, bis zu 9 % THC, mindestens 3 % CBD – 490 Pesos
  • Gamma: Indica, bis zu 15 % THC – 550 Pesos
  • Epsilon: Sativa, bis zu 20 % THC – 600 Pesos

Das reicht aus, um pro Woche etwa 20 Joints zu drehen.

Du willst selbst anbauen?

In Uruguay musst du dich nicht gegenüber der Polizei rechtfertigen – du meldest dich einfach bei der Post an. Jeder Haushalt kann bis zu 6 Pflanzen anbauen und bis zu 480 g pro Jahr ernten. Das Wichtigste: nicht verkaufen.

Was ist, wenn du etwas Stärkeres willst?

Dafür gibt es Cannabisclubs, die als Genossenschaften organisiert sind. Sie funktionieren wie ein Fitnessstudio: Du zahlst einen Mitgliedsbeitrag und erhältst deinen Anteil an der Ernte. Die Sorten sind stärker, die Pflege ist besser, die Atmosphäre familiär. Die Clubs haben 15–45 Mitglieder, und jeder kann bis zu 480 g pro Jahr erhalten.

Was sagen die Statistiken?

  • Im Jahr 2018 kauften nur 11 % der Verbraucher von illegalen Verkäufern, gegenüber 58 % im Jahr 2014.
  • 70 % der Registrierten entscheiden sich für den Kauf in der Apotheke.
  • Der problematische Konsum blieb bei 16 % – die Legalisierung änderte daran nichts.

Was ist mit der Kultur?

Uruguay ist nicht das zweite Holland. Touristen dürfen kein legales Cannabis kaufen – nur Personen mit Wohnsitz. Die Atmosphäre ist trotzdem entspannt: In vielen Hostels, Bars, auf den Dächern und auf Festivals tut niemand so, als ob „das nicht passiert“.

Das Tourismusministerium diskutiert die Möglichkeit, den Markt für ausländische Besucher zu öffnen, aber bislang gelten weiterhin strenge Regeln.

Business, Export und Technologie

In Uruguay geht es nicht nur um Entspannung. Das Land ist auch ein internationaler Akteur: Mehr als 100 Unternehmen arbeiten mit Cannabis – von der Medizin über Kosmetik bis hin zu Agrarexporten. Seit 2018 verkauft das Land Saatgut, Öle, Cannabisblüten und Präparate auf ausländischen Märkten.

Wohin geht es?

Vermutlich geht es in Richtung einer noch stärkeren Normalisierung. Cannabis ist in Uruguay alltäglich geworden. Es wird weder gepriesen noch gefürchtet. Es ist günstig (nur 2–3 Dollar pro Gramm), leicht erhältlich und gesellschaftlich akzeptiert – besonders angesichts teurer Zigaretten und strenger Antitabakgesetze.

Vielleicht ist das ein reifes Modell: ohne Hype, aber mit Respekt vor der Freiheit der Wahl.

Dieser Artikel basiert auf Materialien des Dienstes GURUGUAY

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